Entstehung des Judos

Es war der deutsche Professor Dr. Erwin Baelz, Dozent an der Kaiserlichen Universität zu Tokio, der um 1880 den entscheidenden Anstoß zur Wiederaufnahme der alten japanischen Kunst der Selbstverteidigung ohne Waffen gab. Er machte den jungen Studenten Jigorô Kanô auf das alte Jiu Jitsu aufmerksam und regte ihn dazu an, diese alte Sportart auszuarbeiten und sie für die gesamte japanische Jugend "salonfähig" zu machen. JigorôKanô wurde zusammen mit Erwin von Baelz der eifrigste Verfechter für diese Sportart. Aus allen Gebieten der damals ausgeübten Verteidigungsarten, den Schlag-, Hieb-, Stoß-, Wurf- und Hebeltechniken, beschränkte sich JigorôKanô schließlich darauf, Grundwürfe, Halte-, Hebel- und Würgegriffe zu einer sportlichen Form, der Kampfsportart Judo, zusammenzuführen. Er stellte so das von ihm gegründete Judo auf eine höhere Ebene als die alten Samuraikünste. Die Kunst der Techniken (Jiu) wich so einer Lehre (Do), auf deren Grundsätze der spätere Professor Kanô viel Wert legte nach der Überzeugung, in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist. Später erkannte die japanische Regierung dieses System mit 40 Grundwürfen offiziell an. Judo erreichte uns über Frankreich und England, zu einer Zeit, als in Europa noch die alte Form des Jiu-Jitsu gelehrt wurde. Die höchste Ausbildungsstätte des Judo, der Kodokan in Tokio, ist heute ein Mekka aller interessierten Judokas, die sich dem sportlichen Wettkampf- Judo widmen.

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Kanō Jigorō